Ich bin "Fotograf"

Vor ca. zehn Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich sowas mal von mir sagen kann. Auch jetzt klingt das noch etwas komisch. Da war dieser Typ der alles und jeden mit seinem Handy fotografiert hat. Der auf einer Party die erste Spiegelreflexkamera in der Hand hatte und an dem Abend eine komplette Speicherkarte vollgeschossen hat. Damals waren 16GB noch verdammt viel.  Dann haben seine Freunde zu seinem Geburtstag für ihn zusammengelegt damit er sich eine eigene Kamera kaufen konnte.

 

Warum ich von mir in der dritten Person rede? Dieser Typ und ich sind zwei völlig unterschiedliche Menschen. Damals hatte ich nicht viele Ziele. Ich bin jeden Tag arbeiten gegangen, habe so viel Zeit wie möglich mit meinen Freunden verbracht und habe einfach nur für den Moment gelebt. Klar träumt man in dem Alter davon ein großes Auto zu haben und vielleicht mal in den Urlaub zu fahren. Von dem was ich an der Bar und auf dem Bau verdient habe hätte ich mir das aber niemals leisten können. Verantwortung zu übernehmen war zu diesem Zeitpunkt auch nicht das tollste, was ich mir hätte vorstellen können.

ca 2009 war chillen und Sport

so ziemlich das einzige was mich interessiert hat.

Heute sieht alles ganz anders aus

 

Erst war die Fotografie nur ein Hobby. Doch bald merkte ich, dass man mit so einer Kamera mehr anstellen kann als nur ein wenig rumzuknipsen. Alles was ich irgendwie über digitale Fotografie lernen konnte habe ich wie ein Schwamm in mich aufgesaugt. Die ersten Schritte in der Bildbearbeitung waren etwas... naja ich nenne es mal holperig. Aber ich habe weiter gemacht. Gelernt, geübt und teilweise gescheitert. Aber ich habe weiter gemacht. Scheitern gehört eben dazu, wenn man Erfolg haben will. Ich hätte mir aber bis dahin nie vorgestellt, dass ich mal meinen Lebensunterhalt mit der Fotografie verdiene.

Im Sommer 2013 kam dann der Schritt in die Selbständigkeit. Ich hatte keine Ahnung was auf mich zu kommt. Klar... Man kann sich vorbereiten, aber wenn dann der Punkt gekommen ist, kommt es meistens ganz anders. Wie gesagt… scheitern und Misserfolge gehören dazu, wenn man Erfolg haben will. Es gab Höhen und Tiefen. Aber ey… so ist das Leben nun mal.

Die ersten Gehversuche in Sachen Bildbearbeitung.

Damals fand ich das noch so geil... :D

"Erfolg ist kein Glück" *Kontra K

 

Drei Jahre später sitz ich wirklich in meinem eigenen Fotostudio. Kaum zu glauben, wenn man den Typen von früher kennt. Ich weiß auch inzwischen, dass ein großes Auto kein Statussymbol ist. ;)

 

Alles was ich bist heute gemacht habe und was passiert ist, hat mich zu dem gemacht der ich heute bin. Und all das hat mich bis zu diesem Punkt gebracht. Meine Freunde sind zum großen Teil immer noch die Gleichen geblieben und ich bin ihnen verdammt dankbar, dass sie meine Fotosucht unterstützt und teilweise auch ertragen haben.

Keiner weiß was das Leben bringt und wo es hingehen wird. Aber jetzt kann ich sagen - Ich bin Fotograf.

 

Ich freue mich auf das was vor mir liegt, denn ich bin noch lange nicht am Ziel. Es wird Erfolge geben und ich werde auch wieder scheitern. Ich weiß aber ganz genau, dass ich wieder aufstehe und weiter mache. Auf Regen folgt wieder Sonne und morgen wird sich die Welt auch wieder weiter drehen. Abgedroschen aber wahr. Das ist das was ich gelernt habe seit ich mich entschlossen habe für meinen Erfolg selbst verantwortlich zu sein und meinen Traum zu leben.

 

Ja, heute bin ich Fotograf